Max Höfer Blog

„Marketing-Story wie aus dem Lehrbuch“

“Mit dem Schlafatlas zum Erfolg”, lautet die Headline der Augsburger Allgemeinen (22. Nov.) zu einem Bericht über die Vergabe des Ulmer Marketingpreises an Beurer: “Der Ulmer Gesundheitsspezialist Beurer wurde mit dem Marketing-Preis 2017 ausgezeichnet. Alle zwei Jahre vergibt der Marketing-Club mit 350 Mitgliedern die Trophäe. Die Jury war nach den Worten des Juryvorsitzenden Jens Pätzmann einhellig der Meinung, dass das Unternehmen mit 900 Mitarbeitern jüngst eine „Marketing-Story wie aus dem Lehrbuch“ realisiert habe. Und Pätzmann muss es wissen, schließlich ist er Leiter des Kompetenzzentrums „Marketing and Branding“ an der Hochschule Neu-Ulm. Mit dem „Beurer Schlafatlas 2017“ habe das Unternehmen ein Instrument geschaffen, das als glaubwürdiges und wirksames Beispiel für „Content-Marketing“ heraus steche. Der Schlafatlas gilt als eine der umfassendsten Vergleichsstudien zum Schlafverhalten der Deutschen.” Höfermedia war für Konzeption, Redaktion und PR verantwortlich. (22.11.2017)

Compliance Rating

„Siemens is Germany’s best blue-chip company for compliance quality“, berichtet Reuters über das Compliance-Rating der DAX 30, das wir für Springer Science+Business Media konzipiert und begleitet haben. Die Transparenz der Compliance-Maßnahmen lässt bei den 30 DAX-Konzernen stark zu wünschen übrig, ist ein Ergebnis der Studie. Am besten schneidet Siemens mit einem AA Rating ab, gefolgt von Deutsche Telekom und ThyssenKrupp. Im Best-Practice-Vergleich zeigt sich die Finanzbranche weit unterdurchschnittlich. Für die Studie wurden Geschäfts- und Sustainability-Berichte sowie Code of Conduct Kodices und Homepages etc. ausgewertet, um herauszufinden, wie vollständig die jeweiligen Compliance-Maßnahmen ausgestaltet sind und welche Qualität sie im (best practice) Vergleich der Unternehmen untereinander haben. Fazit des Ärzteblatts: “Risiken werden gern unter den Teppich gekehrt”. Den Report dazu finden Sie hier (30.08.2017).

Schlaf als Agenda

Große Medienresonanz haben wir mit einer Schlafstudie für den Ulmer Gesundheitsspezialisten Beurer erzielen können. Sie ist die umfassendste Untersuchung zum Schlafverhalten und zur Schlafgesundheit in Deutschland. Was sie einzigartig macht, ist der umfangreiche Vergleich von subjektiven Bewertungen der Schlafqualität mit den objektiven Biosignal-Daten eines Schlafsensors. Ergebnis: Der Anteil des erholsamen Tiefschlafs am Gesamtschlaf geht allgemein zurück. Deutschland schläft somit nicht erholt genug. Zudem gibt es erhebliche Unterschiede im Schlafverhalten in den Regionen: Die Norddeutschen schlafen länger und sie fühlen sich morgens fitter als die Süddeutschen. Wir freuen uns über die breite Aufmerksamkeit, von Fachmedien wie dem Ärzteblatt über Printmedien wie Wirtschaftswoche oder Frankfurter Rundschau, Magazinen wie dem Stern über Regionalmedien wie Kölner Stadtanzeiger oder Rheinische Post bis hin zu Boulevardmedien wie BILD – und natürlich viel Radio und TV, etwa WDR, n-tv, und zdf sowie in Talkshows wie “DAS!” vom NDR. Die Studie ist bei Südwest erschienen (25.05.2017).

Auf den Leim gegangen

Ein seltenes Beispiel, wie Politik die Medien für ihre Zwecke instrumentalisiert und diese anscheinend nicht anders können als mitzumachen, bietet derzeit die Pressearbeit von Donald Trump. Sein Senior Counselor Stephen Bannon scheint der spiritus rector dieser Medientaktik zu sein. Vorbild ist ein Strategem des legendären chinesischen Generals Sun-Tzu, den Bannon schätzt: “Mitten im Toben und Wogen des Kampfes mag scheinbar Unordnung herrschen, wo doch keine Unordnung ist; mitten in Verwirrung und Chaos mag dein Gefolge kopflos oder ziellos erscheinen, und doch wird es vor der Niederlage geschützt sein. Vorgetäuschte Unordnung erfordert perfekte Disziplin…. “
Trump geht es darum, vor seinen Anhängern als der Präsident des Anti-Establishment dazustehen. Da sein Team weitgehend aus Milliardären und Leuten aus dem Establishment besteht, benutzt er die Medien, um sein Anti-Establishment Narrativ zu beglaubigen. Mit überzogenen Dekreten und und bizarren Twitterpostings versetzt er die Medien in einen Zustand der Dauererregung. Diese Dauerempörung äußert sich oft derart emotional und unsouverän, dass die Mainstreammedien eben jenen von Bannon gewünschten Zustand von radikaler Ablehnung und Opposition erzeugen. Ihre vorhersehbare Über-Reaktion gibt Trumps Botschaft, er räume ganz oben auf, erst die eigentliche Glaubwürdigkeit im Publikum. Tatsächlich scheinen ihm inzwischen “Verwirrung und Chaos” und die “vorgetäuschte Unordnung” dabei zu dienen, etliche seiner früheren Anti-Establishment Positionen einzusammeln (22.02.2017).

Die neue Mega-Agenda

So schnell geht das: Plötzlich wirft ein neues Thema alles um. Die Flüchtlingsfrage beherrscht die Tagesagenda und dürfte dies auch noch einige Zeit lang tun. Damit definiert die Flüchtlingsproblematik auch andere politische und ökonomische Themen neu. Der Kampf gegen den Mindestlohn war längst vom Tisch, nun meinen ihn einige Wirtschaftsverbände wieder auf die Agenda heben zu können. Dasselbe gilt für Themen wie Häuserdämmung oder Abgeltungssteuer (der Finanzminister braucht Geld) etc. Eine Anhebung von Sozialstandards dürfte sich für längere Zeit erledigt haben. In Berlin haben die Lobbyisten derzeit viel zu tun, ihre Themen der neuen Mega-Agenda anzupassen. Vieles ist jetzt möglich. (07.10.2015)

Finalist beim Deutschen PR Preis 2014

Der Deutsche PR Preis gilt als die wichtigste Auszeichnung der PR Branche im deutschsprachigen Raum. Er wird vom Branchenverband „Deutsche Public Relations Gesellschaft“ (DPRG) zusammen mit dem F.A.Z.-Institut herausgegeben und in mehreren Kategorien vergeben. Höfermedia ist diesmal als Finalist nominiert – unter der Kategorie Meinungsmärkte mit dem Deutsche Post Glücksatlas 2013. Der Preis wird am 23. Januar im Frankfurter Palmengarten verliehen. (05.01.2015)

Nochmals Finalist

Wie schon 2013 so steht Höfermedia auch 2014 auf der Shortlist des Goldenen Funken – in der Kategorie Public Relations. “Erfolgreiche PR-Strategien schaffen Glaubwürdigkeit, Nähe und Vertrauen”, lautet die Vorgabe der Jury. Die Konkurrenz ist groß, wie ein Blick auf die Finalisten zeigt. Die Preisverleihung ist am 22. Mai 2014 in der Alten Münze in Berlin. (20.05.2014)

Ein müder Wahlkampf

Der zurückliegende Bundestags-Wahlkampf war insgesamt langweilig. Viele geben Angela Merkel und ihrer asymmetrischen Demobilisierung die Schuld an der Inhaltsarmut. Aber das ist nur ein Teil der Wahrheit. Auch die Unternehmen, Verbände und NGO hätten wesentlich mehr dazu beitragen können, dass aus einer müden Kampagne ein starker Wettstreit um Zukunftskonzepte geworden wäre. Statt die Sprachlosigkeit der Parteien zu nutzen und eigene Themen zu setzen, standen zu viele Interessenvertreter jedoch am Spielfeldrand und drehten Däumchen. Warum dieser Wahlkampf die Stunde der strategischen Themenkommunikation hätte sein können, beschreibe ich auf dem Blog des “House of Public Affairs“. (18.9.2013)

Finalist beim Goldenen Funken 2013

Den “Goldenen Funken” vergibt jährlich eine Jury aus Studenten der Wirtschaftskommunikation der HTW Berlin, die aus über 12oo Kommunikationskampagnen die 50 besten nach wissenschaftlichen Kriterien auswählt. Der Preis wird in acht Kategorien vergeben, viele bekannte Firmen und Agenturen sind angetreten. Höfermedia ist in die Finalrunde der Kategorie “Beste Public Relation” gekommen. Der Deutsche Preis für Wirtschaftskommunikation wird “an herausragende und inspirierende Kampagnen verliehen, die im deutschsprachigen Raum Anerkennung verdienen”. (5.6.2013)

Shortlist Politikaward 2012

Am 19. November wird in Berlin der Politikaward 2012 vergeben. Höfermedia ist im Bereich Corporate Social Responsibility auf der Shortlist mit der Kampagne für den “Deutsche Post Glücksatlas 2012″. Der Politikaward ehrt das stimmigste, wirkungsvollste und bestkommunizierte Konzept. Die renommierte Auszeichnung für Arbeiten aus dem Bereich der politischen Kommunikation wird jetzt zum 10. mal verliehen und zwar sowohl an Politiker als auch an Profis der Kommunikationsbranche für herausragende Leistungen in Wahlkämpfen und für politische Kampagnen. (5.11.2012)

Politische Kampagnen

Wer gewinnt die US-Präsidentschaftswahlen und was können wir von den amerikanischen Kampagnenmanagern lernen? Die Konrad Adenauer Stiftung hat exzellente Experten zur 10. Internationalen Konferenz für Politische Kommunikation in Berlin von 14. bis 15. Oktober eingeladen. Mit dabei: Amy Selman, die den gerade wiedergewählten Londoner Bürgermeister Boris Johnson mit seiner Kampagne „Back Boris“ beraten hat; Jesse Benton, der die Ron Paul Kampagne durchführte; Vincent R. Harris, der Webseiten für die Präsidentschaftsbewerber Mike Huckabee, Rick Perry und Newt Gingrich entwickelte. Auf einem Panel mit der BILD Ressortleiterin Wirtschaft Kristin Breuer und dem SPIEGEL-Kolumnisten Jan Fleischhauer spricht Max Höfer von Höfermedia über die politische Kommunikation in der Euro-Krise. Einen kurzen Bericht über das Panel finden Sie hier. (10.10.12)

Finalist beim Deutschen PR‐Preis 2012

Am 26. Oktober wird in Wiesbaden der “Internationale Deutsche PR‐Preis 2012″ von der Deutschen Public Relations Gesellschaft vergeben. Höfermedia gehört mit dem “Glücksatlas Deutschland 2011″, den wir für die Deutsche Post realisiert haben, zu den Finalisten in der Kategorie “Meinungsmärkte, Public Affairs und Gesellschaftspolitik”. In der Beschreibung heißt es: “Das Traditionsunternehmen Deutsche Post ist Europas größter Postdienstleister und ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Deutschland. Im Auftrag der Deutschen Post wurde die erste Glücksstudie vorgenommen. Es handelt sich dabei um eine umfangreiche und aktuelle Bestandaufnahme zur Lebenszufriedenheit in Deutschland. Flankiert durch ein ausgereiftes Kommunikationskonzept erzielte der Glücksatlas Deutschland 2011 der Deutschen Post eine enorme Medienresonanz.” (6.10.2012)

Agenda Setting Fachtagung

Welche Themen sind wirklich relevant? Welches passt zu Ihnen? Wie surft man auf einer Themenwelle? In Zeiten zahlloser medialer Kanäle, großer öffentlicher Hysteriefreude und immer kürzeren Aufmerksamkeitszyklen gewinnt strategisches Agenda Setting weiter an Bedeutung. “Nur wer große Themen langfristig pflegt, kann auch kurzfristig überzeugend reagieren”, heißt es in der Einladung zur Fachtagung Agenda Setting der Deutschen Presseakademie, die am 4. und 5. Oktober in Berlin stattfindet. Ich halte dort einen Vortrag zum Thema Agenda Cutting. Wie behandelt man ungünstige Themen? Wie viel Transparenz muss sein? (15.9.2012)

Die Grenzen des Framing

In der neuesten Ausgabe von “politik & kommunikation” (5/12) erscheint ein Artikel von Max A. Höfer über die Grenzen des Framing als kommunikative Methode. SPD-Troikaner Peer Steinbrück beklagt, wie die Euro-Rettung bislang verkauft wird: „Die Politik hätte eine neue Erzählung über Europa erfinden müssen, die nicht zuletzt auch den deutschen Zahlungsbeitrag gegenüber der eigenen Bevölkerung rechtfertigt.“ Aber geht das: einfach eine neue Erzählung erfinden? Der Fachbegriff dafür heißt Framing. In der Kommunikation hat Framing einen Siegeszug angetreten. An der Eurokrise zeigen sich allerdings die Grenzen dieser Methode. Das vorherrschende Verlust-Framing (“Scheitert der Euro, dann scheitert Europa”) läßt sich nicht einfach in ein Gewinn-Framing verwandeln. Ausgehend von dem Satz des Stoikers Epiktet, wonach es nicht die Dinge sind, die uns Sorgen machen, sondern das, was wir über die Dinge glauben, lehrt der Kognitivismus, dass die Probleme nicht in den äußeren Umständen liegen, sondern in den falschen Vorstellungen, die wir darüber haben. Wir brauchen nur die Betrachtungsweise zu ändern, schon erhält das Problem eine andere Wertigkeit, und schon kann es anders gelöst werden. In dieser radikalen Zuspitzung ist das Framing schlicht falsch. (20.5.2012)

Gute Ideen

Schwerpunktthema im neuen “Pressesprecher” (2/12) ist die Kreativität in der PR und wie kreative Ideen von Unternehmen und Agenturen am besten organisiert werden. Der “Glücksatlas 2011″, den höfermedia für die Deutsche Post realisierte, wird darin als erfolgreiches Beispiel für dieses Zusammenspiel analysiert. Fazit des Beitrags: “Kreativität können sich Unternehmen grundsätzlich einkaufen. Ob die PR-Kampagne tatsächlich erfolgreich werden kann, hängt aber stark vom Geschick der internen Kommunikatoren ab.” (29.3.2012)

Die Idee macht den Unterschied

Was die Medien zum Thema machen ist auch Thema in der Bevölkerung. Wer die Medienagenda bestimmt, legt folglich fest, worüber sich die Menschen Gedanken machen – und womit sie sich nicht beschäftigen. Agenda Setting ist die Königsdisziplin der PR, denn Agenda Setting bedeutet, einen Themenschwerpunkt in der öffentlichen Meinung zu setzen, dem sich die Medien nicht entziehen können. Höfermedia ist Spezialist für Agenda Setting. Unser Slogan heißt: “Die Idee macht den Unterschied”. Dazu erschien im Jahrbuch 2012 für politische Kommunikation unsere Anzeige mit einem Firmenprofil von höfermedia. (12.12.2011)

You have been shortlisted

Für den European Excellence Award 2011 wurde Höfermedia in der Kategorie “Issues and Reputation Management” auf die Shortlist gesetzt. Wir haben uns mit dem Projekt Glücksatlas Deutschland 2011 – German Happiness Atlas 2011 beworben, das wir im Herbst für die Deutsche Post realisiert haben. Der Glücksatlas ist die erste umfassende Bestandsaufnahme zur Lebenszufriedenheit der Deutschen und leistet einen Beitrag zur Debatte, wie wir Wohlstand messen. “Die Aussagekraft des Bruttoinlandsprodukts als einzigem Wohlstandsindikator wird in Wissenschaft und Politik zunehmend kritisch betrachtet. Der Glücksatlas 2011 hilft zu verstehen, was den Deutschen für ihre Lebenszufriedenheit tatsächlich wichtig ist”, so Jürgen Gerdes, Mitglied des Konzernvorstands der Deutschen Post DHL. Mit dem Glücksatlas unterstützt die Deutsche Post eine laufende gesellschaftliche Diskussion. Der Glücksatlas löste eine breite Resonanz in Medien und Öffentlichkeit aus. (2.12.2011)

Agenda setting 2.0

Bei der depak referiere ich morgen am 27. September von 17 bis 19 Uhr im E-Learning-Kurs “Social Media & Kommunikationsmanagement” über Agenda Setting im Web 2.0 – was bringt’s? Dabei geht es um folgende Themen: Wie funktionieren Agenda setting und Agenda surfing? Best case und worst case Praxisbeispiele. Themenmonitoring und Themenentwicklung. Umgang mit verschiedenen Mediengattungen inkl. Social Media. Sie können sich noch anmelden. (26.9.2011)

Leitmedien und Mentalität

Das Erdbeben und der Reaktorunfall in Japan rufen in der Welt ganz unterschiedliche Reaktionen hervor und sind ein Musterbeispiel, wie bestimmend Leitmedien und Mentalitäten politische Einstellungen prägen. Kein anderes westliches Land hat auf den Störfall von Fukushima so hektisch reagiert wie Deutschland, das fast die Hälfte der Atomkraftwerke vom Netz nahm. Für die deutschen Medien hat in Japan eigentlich kein Erdbeben/Tsunami mit Tausenden Toten stattgefunden, sondern ein Reaktorunfall, wie beispielhaft die Überschriften der Süddeutschen Zeitung zeigen. Die Nachrichten sind hoch emotionalisiert, während die Empathie mit den Japanern schwach ist. Spendenaufrufe in den Tagesthemen kamen erst 5 Tage nach dem Tsunami. Anscheinend fallen die Japaner nicht ins Opferschema. Dieser Leitmedientenor erklärt den Kurswechsel von Merkel. Sie hat Handlungsfähigkeit bewiesen. Wenn sie die Atomwende richtig managt, sind die Grünen ihr Gründungsthema los, wenn nicht liegt die Union am Boden. (17.3.2011)

Die Politik ist der Agenda setter

Obwohl Deutschland eine große Exportnation ist, spielen Wirtschafts- und Finanzthemen eine untergeordnete Rolle in der Öffentlichkeit. Beim gestrigen CDU Parteitag drehte sich die Hauptdebatte um die Präimplantationsdiagnostik (PID), die gerade 150 Menschen im Jahr betrifft. Zur selben Zeit beschwor der EU Ratspräsident den Untergang des Euro und der EU. Dass CDU-Chefin Merkel mit der PID Debatte die Auseinandersetzung um ihren Kurs gegenüber den Banken und den Schuldengarantien verhinderte, ist nachvollziehbar. Aber nur die Süddeutsche und die FTD hatten das Schuldendrama Irlands als Aufmacher, folgten also nicht Merkels Agenda setting. Wenn Merkel im Euro-Schuldenstrudel untergeht, verspielt sie die Wirtschaftskompetenz von Schwarz-Gelb für Jahrzehnte. Wäre das nicht die wichtigere Debatte für die CDU – und für die Medien? Doch schon bei der Liquidierung des Maastrichter Vertrags in der Nachtsitzung zum 10. Mai, als der deutsche Steuerzahler mit Finanzgarantien von über 140 Mrd Euro belastet wurde, folgten die Medien vergleichsweise unwichtigen Themen, wie dem Wahlausgang in NRW. Die Politik ist der Agenda setter. (17. Nov. 2010)

Die Ebook Revolution

Ebooks erobern die ifa. Auch wenn viele Geräte noch unübersichtlich sind (Tastensteuerung, flimmerndes Lesen): Die Branche erwartet bis 2015 einen Marktanteil von zehn bis 15 Prozent für Ebooks. Für 139 Euro präsentiert Thalia den OYO mit Touchscreen und WLAN Schnittstelle. Der Konkurrenzkampf ist eröffnet. Buchhändler und Verlage müssen jetzt ihre Geschäftsmodelle überdenken: Ebooks werden trotz Buchpreisbindung, die kaum noch zu halten sein wird, günstiger sein als traditionelle Bücher. Den Weiterverkauf wird man nicht dauerhaft ausschließen können. Neue Vertriebskanäle wie Amazon oder textunes werden Autor und Leser direkt verbinden. Plattformen werden die Gewinner sein. Verlags- und Buchhandels-PR hinken der Entwicklung derzeit arg hinterher. Social Media wird kaum genutzt. (28. Juli 2010)

Rechercheteams – der richtige Weg

Die Zukunft des Journalismus kann nur in besserer Qualität liegen. Für exklusive Geschichten ist der Leser bereit zu zahlen. Redaktionen auszudünnen, wie das da und dort geschieht um Kosten zu sparen, ist der falsche Weg. Dass Redaktionen jetzt eigene Rechercheteams bilden, eröffnet einen neuen Trend. Seit Juni gibts beim Stern ein Rechercheressort mit fünf gestandenen Journalisten. Zum 1. September ziehen die Welt-Gruppe mit sieben Mann und ddp nach. Auch Focus will eine Recherchetruppe gründen.
Interessant was David Schraven von der Waz erzählt. In den USA gibt es “Rechercheteams, die von Stiftungen getragen werden und ohne Zeitung im Hintergrund arbeiten. Journalisten sind dort damit immer weniger auf Verlage angewiesen.” In Deutschland fehlen dazu leider die Strukturen und die Phantasie.